Architektur macht Schule
Die gebaute Umwelt ist ein fester Bestandteil der alltäglichen Lebenswelt. Sie begünstigt oder erschwert die sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebensumstände. Gleichwohl sind wir ihr nicht nur passiv ausgesetzt, denn sie wird von den Menschen geprägt, die sie gestalten und nutzen. Das heißt, gebaute Umwelt und gesellschaftliches Leben beeinflussen sich wechselseitig. Architektur und Innenarchitektur, Stadt- und Landschaftsgestaltung tragen letztlich dazu bei, dass wir uns in einer Stadt oder an einem Ort wohlfühlen oder dass wir uns eine andere Umgebung wünschen.
Die Bremer Initiative „Architektur macht Schule“ hat sich das Ziel gesetzt, Interesse und Verständnis für die gebaute Umwelt frühzeitig zu entwickeln und einen kreativen wie verantwortungsvollen Umgang mit ihr zu fördern. Daher ist sie bestrebt, das Thema Baukultur zunehmend in die Unterrichtspraxis zu integrieren. Neben den Bereichen Kunst, Musik und Literatur soll auch die Baukultur, das heißt die Entstehung und Nutzung der gebauten Umwelt, einen größeren Stellenwert erhalten. Je nach thematischem Schwerpunkt kann sie den Fächern Kunst, Geographie, Gemeinschaftskunde oder Physik zugeordnet werden.
Es geht dabei um die Förderung einer altersgemäßen Wahrnehmung und Reflexion der vielfältigen Zusammenhänge im Bereich von Stadt und Raumerfahrung. Übergeordnet sind damit die Förderung der bewussten Umweltwahrnehmung sowie das Denken in Zusammenhängen verbunden.
Die Initiative „Architektur macht Schule“ sieht sich als eine Art Vermittlungsstelle. Sie fördert Kontakte und bietet Raum für Austausch.
_Sie stellt Kontakte her zwischen Praktikern des Planens und Bauens einerseits und interessierten Pädagogen und Eltern andererseits.
_Sie diskutiert und entwickelt Konzepte der Vermittlung von Baukultur.
_Sie sammelt und dokumentiert Erfahrungen von lokalen und auswärtigen Projekten der schulischen Baukulturvermittlung.
_Sie leistet Öffentlichkeitsarbeit.
_Sie fördert den Erfahrungsaustausch zwischen den Akteuren.
In der konkreten Arbeit zeichnen sich fünf thematische Schwerpunkte (Module) ab:
Architektur und Stadt
Hier finden sich Projekte, die sich mit Fragen der Architekturgeschichte, Stadtplanung und Stadtgestaltung auseinandersetzen. Welche besondere Gestalt besitzt eine (unsere) Stadt und warum wurde sie so, wie sie wurde? Aus welchen Elementen setzt sich Architektur (resp. Stadt) zusammen und welche Bedeutung (Funktion) kommt ihnen zu? Warum gefällt oder missfällt ein Bauwerk?
Lebensumwelt und Schulumwelt
Hier werden Gestaltungsfragen aus dem unmittelbaren Erfahrungsbereich der Schüler thematisiert. Die elterliche Wohnsituation, das Wohnumfeld und die Besonderheiten des Lebensraums Schule werden untersucht, veranschaulicht und (zumindest entwurflich) verbessert.
„Einblicke“
Mit Exkursionen zu ungewöhnlichen Orten (etwa einem Bunker oder einem Lagerhaus oder einem Flughafen) und Architekturbesichtigungen (auch von Baustellen) werden Aspekte der baulichen Gesamtstruktur verdeutlicht, die sich der alltäglichen Wahrnehmung in der Regel verschließen.
„Raum-Labor“
Aktionistische Erkundungen mit Material und Raum. Boden, Wände, Decken, Öffnungen, Bewegungsmöglichkeiten und Bewegungseinschränkungen, Durchblicke und undurchsichtige Flächen – architektonischen Grunderfahrungen sind mit relativ einfachen Mitteln, mit einer Art „begehbarem Baukasten“ aus leichten Tafeln, Latten, Rahmen, Tüchern u.ä. nachvollziehbar zu machen. Nach bestimmten Vorgaben wird Raum erfahrbar gemacht. Eine Sensibilisierung für Raumgestaltungsmöglichkeiten kann so erzeugt werden.
Nachhaltigkeit
Mit keinem anderen Schlagwort lassen sich gegenwärtige Anforderungen an Architektur und Stadt besser beschreiben. „Nachhaltigkeit“ thematisiert die Wechselwirkungen zwischen der gebauten und der natürlichen Umwelt in Anbetracht schwindender natürlicher Ressourcen und mit dem Blick auf kommende Generationen. Aber was bedeutet eine nachhaltig gestaltete bauliche Umwelt konkret in einem komplexen Zusammenspiel ökologischer, ökonomischer und kultureller Ansprüche? Welche Widersprüche und Zielkonflikte treten auf, wie lassen sich Wertmaßstäbe entwickeln?
Wenn Sie sich für die Initiative "Architektur macht Schule" interessieren oder selbst ein Schulprojekt realisieren möchten, freuen wir uns über Ihren Anruf: T 0421 9602136 oder über eine E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. .
Die Bremer Initiative „Architektur macht Schule“ wird am Bremer Zentrum für Baukultur (b.zb) koordiniert. Sie wird unterstützt von der Architekten- und Ingenieurkammer Bremen, dem Bund Deutscher Architekten (BDA) und dem Bremer Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa.
