Donnerstag, 22.03.2012

19:00 Uhr

"Roter Salon"

Am Speicher XI, 1, 3. OG

29217 Bremen

 

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung

„Harm Haslob – Bauten und Projekte aus 40 Jahren“,

die derzeit im Bremer Zentrum für Baukultur (b.zb) zu sehen ist (Link).

Teilnehmer:

+ Impulsreferat: Heiner Farwick, Architekt, Ahaus

Podium:

+ Bianca Urban, Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, Bremen

+ Jost Westphal, Westphal Architekten, Bremen

+ Christoph Roselius, eins:eins architekten, Hamburg

+ Sven Martens, omp architekten, Bremen/Rastede

+ und der Bremer Architekt Harm Haslob, Haslob Kruse + Partner / HKP Architekten BDA

Moderation:

+ Lutz Beckmann, Jade-Hochschule Oldenburg

 

Zum Thema:

Im architektonischen Werk von Harm Haslob waren und sind Architekturwettbewerbe ein zentrales Mittel, um an Aufträge zu gelangen, und schon in seiner Frühphase haben Wettbewerbserfolge entscheidend dazu beigetragen, dass sich das junge Büro etablieren konnte. Allgemein galten Wettbewerbe lange Zeit als die wichtigste Möglichkeit für junge Architekturbüros, sich bekannt zu machen und sich am Markt durchzusetzen. Die frischen Ideen der jungen Büros leisteten andererseits einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Baukultur.

Doch inzwischen sind offene Wettbewerbsverfahren eher die Ausnahme. Die Tatsache, dass öffentliche Verfahren seit längerem EU-weit auszuschreiben sind, schreckt viele Auslober ab, weil sie durch eine unkalkulierbare Teilnehmerzahl einen unangemessenen Arbeitsaufwand befürchten. Die stattdessen bevorzugten „beschränkten Wettbewerbe mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren“ stellen aber in der Regel quantitative und betriebswirtschaftlich orientierte Kriterien in den Vordergrund und schließen junge und auch kleinere Büros damit meist von vornherein aus.

Wenn das lange bewährte Mittel des offenen Wettbewerbs wegfällt, ist zu fragen: Wie kann in Zukunft gesichert werden, dass durch ein möglichst breites Teilnehmerfeld in Wettbewerben architektonische Qualität gefördert wird? Welche anderen Maßnahmen zur Förderung des Architektennachwuchses und engagierter kleinerer Büros gibt es? Und welche Strategien entwickeln diese Büros, um sich auch außerhalb der Wettbewerbskultur ihren Weg zu suchen? Der BDA hat jüngst für öffentliche Auslober eine gesetzliche Verpflichtung zu offenen Architektenwettbewerben gefordert. Wie realistisch ist das, und welche Alternativen zwischen totaler Öffnung und totaler Beschränkung böten sich an?